Grundschule Landau an der Isar

HEIMAT im KOFFER

PROJEKT: HEIMATKOFFER

„Als ich mich gerade kämmte, sagte Papa, dass wir bald ausziehen werden. Mama hat sich so gefreut. Papa auch.“

Mit diesen Worten beginnt das Bilderbuch „Meine liebsten Dinge müssen mit“ von Sepideh Sarihi und Julie Völk.

Es gibt viele einschneidende Erlebnisse im Leben eines Kindes: die Geburt eines Geschwisterkindes, der Verlust eines lieben Menschen, Streitigkeiten mit Freunden oder ein Umzug, wie er in diesem Bilderbuch thematisiert wird.

„Meine liebsten Dinge müssen mit“ – Wie einfach das klingt! Alle seine liebsten Sachen in einen Koffer packen, sein Zuhause verlassen und in einem neuen Land oder einer neuen Stadt ankommen.

So vieles möchte das Mädchen in dieser Geschichte mitnehmen. Aber was ist, wenn man nicht alles in einen Koffer packen kann? Das Aquarium, den Holzstuhl, den Birnbaum, den Busfahrer, die liebste Freundin… Muss man all die Dinge, die einem zum Liebsten geworden sind, wirklich zurücklassen oder gibt es doch einen Weg?

Auch die Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen kennen die Situation des Umzugs. Viele kamen ursprünglich aus einem anderen Land. Bekanntes und Geliebtes mussten sie zurücklassen – Freunde, Verwandte, Häuser und Landschaften. Das neue Zuhause, die Schule und Klassenkameraden wirkten für sie zu Beginn oftmals fremd, zeitweise sogar beängstigend. Die Kinder mussten unsere Sprache erst erlernen und sich mit unserer Kultur vertraut machen.

Im Rahmen des Ethikunterrichts entstand deshalb die Idee des Heimatkoffers, den die Kinder liebevoll mit ihren Erinnerungen und liebsten Dingen füllten, um uns allen so ein Stück ihrer Erinnerungen an ihre alte Heimat näherbringen zu können.

Gewinnbringend für uns alle ist aber nicht nur die Ausstellung ihrer Heimatkoffer, sondern auch die Erkenntnis, dass die Erinnerungen an ihre frühere Heimat immer in ihren Herzen wohnen.

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